Spring oh spring you make me sing
4. April 2015
Hier in Peking geht alles drei Mal so schnell, wie sonstwo. Man baut Hochhäuser innerhalb weniger Monate, fährt stets über 300km/h, um von einer Stadt zur anderen zu kommen und auch die Natur hat sich dem Rythmus angepasst. So gibt’s eigentlich nur wenige Wochen sowas wie Frühling und der brach mit Gewalt hervor. Nachdem man angefangen hatte alle Grünflächen künstlich zu bewässern (wie viel Wasser das kostet!), regnete es tatsächlich am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag! Kaum zu glauben! Und dann gleich schön durchgängig, sodass alle Straßen geflutet, aber eben auch die Bäume und Autos vom Staub sauber gewaschen wurden – immerhin konnte sich dieser da knapp 5 Monate sammeln! Mich überraschte der Regen natürlich auf dem Weg zur Arbeit, wo ich 20 Minuten zu Fuß durchmarschieren musste; ohne Regenjacke und Regenschirm. An sowas denkt man in der Wüste auch nicht mehr. Ich kan also mit durchnässten Schuhen, Socken und Haaren im Büro an, trocknete aber innerhalb von einer Stunde (die Luftfeuchtigkeit ist immer noch lächerlich gering).
Hier in Peking geht alles drei Mal so schnell, wie sonstwo. Man baut Hochhäuser innerhalb weniger Monate, fährt stets über 300km/h, um von einer Stadt zur anderen zu kommen und auch die Natur hat sich dem Rythmus angepasst. So gibt’s eigentlich nur wenige Wochen sowas wie Frühling und der brach mit Gewalt hervor. Nachdem man angefangen hatte alle Grünflächen künstlich zu bewässern (wie viel Wasser das kostet!), regnete es tatsächlich am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag! Kaum zu glauben! Und dann gleich schön durchgängig, sodass alle Straßen geflutet, aber eben auch die Bäume und Autos vom Staub sauber gewaschen wurden – immerhin konnte sich dieser da knapp 5 Monate sammeln! Mich überraschte der Regen natürlich auf dem Weg zur Arbeit, wo ich 20 Minuten zu Fuß durchmarschieren musste; ohne Regenjacke und Regenschirm. An sowas denkt man in der Wüste auch nicht mehr. Ich kan also mit durchnässten Schuhen, Socken und Haaren im Büro an, trocknete aber innerhalb von einer Stunde (die Luftfeuchtigkeit ist immer noch lächerlich gering).
Jetzt sprießen überall Blüten, die Hecken sind schon gut 3-5cm in die Höhe geschossen und aus dem trockenen, rissigen Lehmboden wachsen tatächlich Grasbüschel und anderes Grünzeug. Immer wieder erstaunlich, wie tief die Natur doch schlummern und dann schließlich sichtbar werden kann.
Ansonsten pendelt sich gerade ein ganz angenehmer Arbeitsrythmus ein: Montag, Dienstag und Freitag bin ich bei der Volkszeitung. 1,5 Stunden Fahrt hin, 9 Stunden Büro, 1,5 Stunden wieder zurück. Jeah. Die Arbeit dort ist aber ziemlich eintönig; Artikel aus dem Englischen übersetzen und aus dem Chinesischen übersetzte Artikel der chinesischen Kollegen korrigieren. Das war’s eigentlich schon. Dann mache ich die Facebook Seite (ich hänge also die ganze Zeit in fb rum und das ist auch noch erwünscht!) und versuche auf anderen Nachrichtenseiten dafür zu sorgen, dass die Website mehr Klicks bekommt. Das ist typisches Online “Marketing” bzw. Social Media Communication. Leider nichts Neues. Ich versuche demnächst aber ein Interview auf die Beine zu stellen und meine Essays über China dort auf die Website zu bringen. An die Grenzen der chinesischen Zensur bin ich auch schon gestoßen, als ich einen Artikel über einen Mann in der muslimischen Region Xinjiang veröffentlichen wollte; Er wurde (angeblich) zu 6 Jahren Haft verurteilt, weil er einen Bart trug. Die chinesischen Behörden unterstellten ihm auch, Unruhen gestiftet zu haben (in dieser Region gibt es immer wieder Attentate auf die Zentralregierung). Die Nachricht schwemmte wohl kurz ins chinesische Netz, wurde dann aber noch in der Nacht gelöscht. Ich fand sie dann nur noch auf westlichen Seiten und begann den Artikel zu schreiben, doch dann kam mein Chef und meinte, die Nachricht sei von der Regierung nicht bestätigt worden (d.h. zensiert), ich musste also ein anderes Thema suchen. Irgendwie beruhigte mich diese Erfahrung ein wenig, haha. Und ich dachte schon, man bilde sich die staatliche Zensur nur ein. Außerdem gibt es noch den sog. Lingdao, den Bürospitzel. Der schreibt vor, welche Nachrichten über die Partei geschrieben werden müssen und auch, wie viele solcher (furzlangweiligen) Infos davon z.b. auf Facebook kommen sollen. Im Untergeschoss läuft der sogar rum und schaut einem über die Schulter, doch glücklicherweise bleibt er da unten, während wir im 1. Stock sitzen. Hehe. Als könnte der Deutsch… naja, egal. Mein Kollege aus der Schweiz meinte jedenfalls, das sei schon sehr nervig, wenn da so ein Depp rumschleicht.
Ich bekomme für diese Arbeit dort, auch wenn ich genau das Gleiche, wie die Festangestellten mache, nur einen symbolischen Betrag ausgezahlt; 11€ am Tag. Somit habe ich nur die Unkosten für die U-Bahn und das Mittagessen raus, sonst aber nichts. Aber was tut man nicht alles für den Lebenslauf?! Immerhin habe ich dank der Tatsache, dass ich jetzt immer Romane in der U-Bahn lesen kann (denn ich habe jetzt IMMER einen Sitzplatz!), einen Nachhilfeschülerin gefunden, die mir 25€ die Stunde zahlt. Ich hoffe, der Unterricht wird regelmäßig stattfinden.
Ansonsten habe ich in der Redaktion noch ausreichend viel Zeit, um nebenher nach Jobs ab September zu suchen. Bisher nicht sehr ergiebig…
This is a post from Diane.
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