Ups… ein Monat verflogen
9. Dezember 2014
Ich muss ehrlich gestehen, dass ich oft darüber nachdachte zu bloggen, aber es dann nicht tat, weil ich Angst hatte zu negativ zu klingen. Und ihr sollt euch ja keine Sorgen machen 😀 Ja, so ganz reflektiert dieser Blog nicht mein Leben hier, ich geb’s zu.
Mhm, wo knüpfe ich an? Erstmal an einem Umstand, der sich verbessert hat: Meine Gesundheit. Ich war insgesamt 4 Wochen ganz schön am Keuchen und ging schließlich wieder ins Krankenhaus, wo ich nochmals Antibiotikum bekam (was sogar als Malariaprophylaxe eingesetzt werden kann…). Nun, jetzt geht’s wieder, so ein bisschen Resthusten ist noch da, aber so ganz ohne Anhang.
Dann war Nina hier und wir haben das ganze Touriprogramm absolviert 🙂 Finde ich sehr gut, auch wenn es sehr anstrengend war… Peking IST einfach anstrengend und wenn man dann noch nonstop unterwegs ist, dann wirds nicht erträglicher. Sie durfte auch 2x die Luftwerte explodieren sehen, und zwar über 500 – also dem Maximum des Messbaren. Glücklicherweise hatten wir auch gute Tage und dann sogar eine ganze weitere Woche nach ihrem Abflug blauen Himmel. Bis heute, um genau zu sein… ich erspare euch mal den Blick aus meinem Fenster.
Meine Freude über den bald endenden Nebenjob hat sich schnell gelegt, da ich ihn nicht einmal bis Ende des Monats habe, sondern nur noch diese und kommende Woche. Dann reisen die Schüler schon nach Deutschland und können selbst zusehen, wie sie klarkommen. Es bedeutet, ich habe weitaus weniger Geld zur Verfügung, als geplant, zumal im November noch ne Woche ausgefallen ist und ich heute völlig umsonst ne Stunde dorthin gefahren bin… keine Schüler da, echt klasse.
Ich bin also fast schon wieder am Rande der Langeweile, auch wenn ich mit meinen eigentlichen Studenten an der Uni noch ein Krippenspiel einüben muss. Ein Krippenspiel. Ein Glück konnte mein Chef nicht mein Gesicht sehen, da er es mir per Email mitteilte. Ja, am 24.12. müssen wir den Mist aufführen und in meiner grenzenlosen Euphorie (hust) habe ich ein Stück gewählt, das so gar nix mit der Bibel zu tun hat. Meine Studenten haben mir da zum Glück einstimmig zugestimmt und wenn die sogar sagen, dass sie zu alt dafür sind, dann muss wohl was dran sein… Keine Kostüme, kein Stern, keine Könige. Stattdessen verarmter Josef mit Maria, deren Bude Heiligabend abfackelt, sie quer durchs Dorf latschen, um nach Hilfe zu fragen, natürlich überall abgewiesen werden und dann muss die Maria ihr Baby dann wirklich im Pferdestall bekommen… und weil die Dorfbewohner alle so ein schlechtes Gewissen haben, bringen sie “Geschenke”: Kartoffelsalat und Bockwurst.
Ende jut, alles jut.
In meiner WG hat sich übrigens auch einiges getan: Die Kasachin ist innerhalb einer Woche ausgezogen, hatte noch einigen Stress mit der Vermieterin (inkl. Polizei) und ließ mich mit der Chinesin allein. Witzigerweise kommen wir die letzten Tage recht gut miteinander aus, wir haben sogar schon gemeinsam gekocht und sie redet jetzt mit mir, wie mit einem normalen Menschen. Aber mir hat sie es auch zu verdanken, dass die Heizung funktioniert (wobei das ein schlechter Witz ist; sie wird mit Gas betrieben, heißt alle 3 Stunden für 30 Minuten auf und das wars – egal, ob deine Heizung auf 0 oder 5 steht, es wird heiß und das Geld fließt dahin…). Seit gestern wohnen im Zimmer der Kasachin noch 2 Koreaner für 6 Wochen… Ein Kommen und Gehen. Am Wochenende habe ich meine Miete bis März gezahlt, muss dann aber zusehen, dass ich hier rauskomme. Oder Februar, weil ich den gesamten Monat ja eh auf den Philippinen bin… wenn die bis dahin noch stehen (siehe Taifun Hagupit).

Ein Foto beim Ausflug zur großen Mauer… es fiel sogar Schnee in den Bergen.
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